WASSERLINIE – ein Zyklus

Nicole und C.-P. Malek, Mixed Media 2021, Analoge Negative von 2018.

Analoge Negative (Hasselblad auf Mittelformat, Konstanz 2018), Handabzüge (überwiegend Doppelbelichtungen) auf Baryt, getrocknet durch Klebeheftung. Mixed-Media der Abzüge auf handgeschöpften Naturpapier, genäht mit Baumwollfäden, Ringe: Transparentpapier, Analoges Filmmaterial.

9 Bilder ergeben einen Zyklus, jedes ca. 37 x 28 cm Gesamtgröße, die gescannten Ausschnitte zeigen ca. 26 x 22 cm davon.

Flimmerndes Wasser, gepaart mit Booten, einer Ente, Land, gespiegelte Motive in sich, die miteinander und damit mit sich selbst in Dialog treten, miteinander ringen und sich ergänzen. Das sind die Motive der in Collagen eingewobenen analogen Schwarz-Weiß-Fotografien, aus dem Dianegativ gefallen und doch noch haptisch mit dem Film verbunden. Konstruktivistisch und ästhetisch-emotional nähern sich Nicole und C.-P. Malek dem Bodensee und seinem Reiz, dem niemand entfliehen kann. Für das Künstlerpaar ist der Bodensee nicht irgendein See, sondern ein Ort der Tiefe und der Geheimnisse und Legenden, eng verwoben mit unserem Leben – ausgedrückt durch die roten Nähte, die sich wie lose Lebenslinien durch die Kollagen ziehen und See, Künstler und Betrachter ebenfalls verbinden. Diese Nähte halten zusammen, ohne zu drängen oder zu zwingen – locker und doch verbindlich – pochend und lebendig wie der Bodensee selbst. Und doch unergründlich, was durch aufgelegte milchig, durchsichtige Streifen und Ringe veranschaulicht wird.

Dr. Iris Haist, Kunsthistorikerin

Für einen Gesamteindruck: